GAL 2010 "SprachRäume"
GAL
SprachRäume
Universität Leipzig
   
40 Jahre

15. - 17. September 2010

 

 

Deutsch

English

SprachRäume

Der Begriff des Raums ist in den letzten Jahren in den Vordergrund verschiedener Disziplinen gerückt. Von einem spatial oder topographical turn ist die Rede. Vereinzelt geben Disziplinen sogar vor, die Bedeutung des Raums überhaupt erst entdeckt zu haben. Dass der Raum in der Sprachwissenschaft schon Ende des 19. Jahrhunderts eine zentrale Rolle spielt – siehe etwa Dialektologie und Sprachgeographie –, wird leicht übersehen.

Wenn hier „Raum“ ins Zentrum gerückt wird, so ist dabei allerdings nicht nur die konkret erfahrbare euklidische Realität gemeint, wie etwa der geographische, nationale, regionale, städtische etc. Raum oder der politische, soziale, situative und kulturelle mit allen seinen inhärenten Hierarchien, sondern „Raum“ wird ebenfalls im Sinne von disziplinär, professionell, medial oder virtuell gesehen. Dimensionen wie die historische, konzeptionelle, kognitive, psychische, symbolische oder metaphorische sind ebenso mit gemeint, wie das Prozesshafte, das etwa in Globalisierung, Regionalisierung, Lokalisierung, Grenzziehung, Entgrenzung, Eingrenzung und Ausgrenzung zum Ausdruck kommt. „Raum“ ist auch in der Theorie nicht fremd, wie Grenze, Zentrum und Peripherie, Architektur und Struktur, Dimension und Perspektive zeigen.

Die Komponente „Sprache“ ist ebenfalls in all ihrer Vielfältigkeit zu sehen. Sprache, Sprachen, (ein-, mehr-, viel-) sprachig, Sprachproduktion, Sprachgebrauch, Sprachverwendung, Sprachpolitik, Sprachdidaktik, Sprachtyp, Sprachwerkzeug, Sprachtod, sprachliche Mittel, Varietäten, Phänomene, Kategorien und Stereotypen, Versprachlichung und Entsprachlichung, Metasprache und sprachwissenschaftliche Terminologie und vieles mehr lässt sich damit fassen.

Mit „SprachRäume“ soll bewusst eine Verbindung zwischen diesen beiden Vielheiten hergestellt werden. Auch ein historischer Blick auf solche Beziehungen und ihre Wertung interessieren, oder die Fragen „unter welchen Umständen?“, „für wen?“, „wozu?“, „warum?“.

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